Warum erkälten sich Kinder so oft?

Kleinkinder und Kindergartenkinder machen im Jahr durchschnittlich sechs bis zehn Erkältungen durch – deutlich mehr als Erwachsene. Das liegt daran, dass ihr Immunsystem noch in der Entwicklung ist und erst durch den Kontakt mit Krankheitserregern „lernt". Besonders der Eintritt in Kita oder Schule bedeutet eine intensive Phase häufiger Infekte. Das ist zwar belastend für die ganze Familie, aber grundsätzlich normal und wichtig für die langfristige Immunentwicklung.

Was hilft Kindern bei Erkältung wirklich?

Ruhe und viel Trinken

Das Wichtigste zuerst: Kranke Kinder brauchen Ruhe. Sie sollten nicht in Kita oder Schule geschickt werden – das schadet dem Kind und steckt andere an. Gleichzeitig ist ausreichend Flüssigkeit entscheidend: Lauwarme Kräutertees (Kamillen-, Fenchel- oder Thymiantee) und klare Suppen helfen, Schleimhäute feucht zu halten und die Erholung zu fördern.

Kochsalz-Nasenspülungen

Physiologische Kochsalzlösung (0,9 %) ist für alle Altersgruppen sicher und effektiv. Nasentropfen oder -sprays mit Kochsalz befeuchten verstopfte Schleimhäute, lösen Sekret und erleichtern die Nasenatmung. Für Säuglinge gibt es spezielle Nasentropfen, für größere Kinder Nasensprays mit feinem Sprühstrahl.

Nasensauger für Säuglinge

Da Säuglinge noch nicht selbst schnäuzen können, können Nasensauger (z. B. elektrische oder manuelle Modelle) das Sekret schonend absaugen. So bleibt die Nasenatmung frei, was besonders beim Trinken und Schlafen wichtig ist.

Warme Brustwickel und Wadenwickel

Ein warmer Brustwickel mit Thymian oder ein feuchter Wadenwickel bei leichtem Fieber können Kindern Erleichterung bringen. Beim Wadenwickel ist zu beachten: Das Wasser sollte lauwarm (nicht kalt!) sein, und der Wickel darf nur angewendet werden, wenn das Kind warm ist und keine Schüttelfrost-Anzeichen zeigt.

Erhöhte Schlafposition

Das leichte Erhöhen des Kopfendes (z. B. durch ein gefaltetes Handtuch unter der Matratze) kann die nächtliche Nasenatmung verbessern und Schleimabfluss fördern. Bei Säuglingen im Bett muss jedoch unbedingt darauf geachtet werden, dass die Schlafposition sicher bleibt.

Was Eltern bei Kindern vermeiden sollten

  • Ätherische Öle im Gesichtsbereich: Eukalyptus-, Kampfer- und Menthol-haltige Produkte dürfen bei Kleinkindern unter 6 Jahren niemals in Gesicht, Nase oder Brust-Nähe angewendet werden – Atemstillstand möglich.
  • Aspirin (ASS) bei Fieber: Acetylsalicylsäure darf Kindern unter 12 Jahren bei Virusinfektionen nicht gegeben werden (Reye-Syndrom-Risiko).
  • Honig bei Säuglingen unter 1 Jahr: Enthält möglicherweise Botulinum-Sporen, die für Säuglinge gefährlich sein können.
  • Abschwellende Nasensprays über mehrere Tage: Nur kurzzeitig anwenden (max. 3–5 Tage) und nur in kindgerechter Dosierung.

Fieber: Wann sollten Eltern handeln?

Alter des KindesFieber (rektal)Empfehlung
Unter 3 MonateAb 38 °CSofort zum Arzt
3–6 MonateAb 38,5 °CArzt aufsuchen
Ab 6 MonateÜber 39,5 °CArzt aufsuchen
Jedes AlterFieber über 3 TageArzt aufsuchen

Immunsystem stärken – Vorbeugung für die nächste Saison

Regelmäßige Bewegung an frischer Luft, ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, ausreichend Schlaf und das Meiden von Passivrauchen sind die wichtigsten Faktoren, um das kindliche Immunsystem langfristig zu stärken. Regelmäßiges Händewaschen bleibt zudem die einfachste und wirksamste Hygienemaßnahme zur Vorbeugung.